Biogas in Tansania

Projektstatus

aktiv

Start

2010

Ausgangssituation:

In Afrika müssen Frauen und Mädchen täglich stundenlang Brennholz sammeln, um eine offene Kochstelle zu befeuern. Oft sind Verbrennungen und Atemwegserkrankungen die Folge. Brennholzsammeln zum Kochen hat zu einer Abholzung eines Großteils der Waldfläche Tansanias geführt. Der Bedarf an alternativer Energie in der Region ist daher enorm.

Erfolge:

In Kooperation mit Ingenieure ohne Grenzen e.V. hat die BayWa Stiftung bereits 10 Biogasanlagen für Schulungszwecke und private Haushalte gebaut, eine weitere institutionelle Biogasanlage wurde an einer Mädchenschule errichtet. Das Projekt ist ganzheitlich angelegt und die Vorteile sind weitreichend: Die Umwelt wird geschont, die Gesundheit der Menschen wird durch die Vermeidung der Rauchbelastung geschützt und es entstehen Arbeitsplätze. Das Biogassubstrat wird außerdem als Dünger verwendet und verbessert die Bodenfruchtbarkeit, das wiederum erhöht die Ernteerträge der Region.

Millionen Menschen in Afrika leben ohne Strom. Die Frauen und Mädchen sammeln auf stundenlangen Fußmärschen Brennholz für Kochfeuer. Um diese Lebensumstände zu verbessern, entwickelt die BayWa Stiftung gemeinsam mit Ingenieure ohne Grenzen e.V. und dem lokalen Verein Mavuno Projects seit 2010 Biogasanlagen in Tansania, die den Familien in Afrika Kochenergie und Energie für Beleuchtung spenden.

Wie alles begann: Studie in Deutschland

Um das Klima in Afrika zu simulieren, wurde die Anlage in einem Gewächshaus auf dem Campus der Universität Hohenheim errichtet. Damit ein nachhaltiger Nutzen garantiert ist, testeten Studenten die Biogasanlage noch ca. 3 Monate auf optimale Funktionalität. Die Studierenden hatten hier die Möglichkeit, eigenverantwortlich zu forschen und die Theorie direkt anzuwenden.

Getreu dem Motto „Bildung ist der Grundstein unserer Zukunft“ finanzierte die BayWa Stiftung dieses Forschungsprojekt junger Studenten im Bereich erneuerbare Energien. 

Direkt vor Ort: Erste Installation in Tansania

Nach Evaluierung und Optimierung der Simulationsanlage in Deutschland wurde im Sommer 2010 die erste Anlage in Tansania installiert. Die Biogasanlage produziert kostengünstiges, sauberes und technisch einfach gewonnenes Gas, das einem Haushalt in Tansania sechs Stunden Kochenergie und vier Stunden Licht pro Tag bringt. Die Überreste der vergorenen Materialien können wiederum als hochwertiger Dünger in den eigenen Plantagen verwendet werden. Biogas verbrennt zudem sauberer als Holz. Die Entwicklung von gesundheitsschädlichem Rauch von offenen Feuerstellen wird somit verhindert.

Die Bevölkerung wird für den Aufbau und die Wartung der Anlagen intensiv vor Ort ausgebildet und geschult. Denn nur durch Bildung kann das Ziel der langfristigen Hilfe zur Selbsthilfe erreicht werden. Die Erkenntnisse aus dieser und einer weiteren Pilot-Biogasanlage sollen langfristig zu einer Versorgung vieler Familien mit Energie führen. Damit dies auch erreicht werden kann, finden mehrere Workshops mit der Bevölkerung statt, bei denen auch genau auf deren Bedürfnisse und Sorgen eingegangen wird, um gemeinsame Lösungen zu finden.

Ein Projekt wird groß: Biogas und Bildung für Tansania

Nach der Installation zweier Pilotanlagen konnten die Forschungen im Jahr 2014 erfolgreich abgeschlossen werden. Sie haben gezeigt: Die Mini-Biogasanlagen sind ein voller Erfolg zur Bereitstellung sauberer Energie. Und: Das Projekt muss weitergeführt werden. Zwischenzeitlich sind acht weitere Biogasanlagen für private Haushalte entstanden. An der Chonyonyo Secondary Girls School in Kagera konnte außerdem eine institutionelle Anlage aufgebaut werden. Der Einsatz von Biogastechnik ist an der Schule in mehrfacher Hinsicht wertvoll. Die jungen Mädchen erhalten täglich eine warme Mahlzeit und erfahren zugleich, was sich hinter dem Begriff „erneuerbare Energie“ verbirgt. In einer Technik AG lernen die Mädchen, wie die Anlage funktioniert und wie sie gewartet wird.

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